Reisetagebuch 📔

Rollerunfall auf Koh Phangan

Ja, Du hast richtig gelesen! In diesem Blogbeitrag geht es darum, dass ich leider einen kleinen Unfall hatte. Direkt im Vorraus: mir geht es gut, ich hatte nur ein blaues Knie, einen geschwollenen Fußknöchel und kleine Schürfwunden am Ellebogen- nichts dramatisches also!

Das Beitragsbild zeigt, wie ich meine Mutter auf dem Laufenden gehalten habe! Sie war eine riesige Stütze an diesem Abend. Danke, Mama

Folgendes ist passiert:

Lukas und ich sind gerade wieder an unserem Hostel angekommen und dann meinte Lukas, dass ich ja noch schnell beim nahe gelegenen Supermarkt Wasser für die Nacht kaufen fahren kann. Gesagt, gekauft. Als ich jedoch anfahren wollte, um zurück zum Hostel zu fahren, habe ich etwas zu viel Gas gegeben, es gemerkt und wollte bremsen. Ich sah das parkende Auto und tat mein bestes zu bremsen. Aus irgendeinem Grund, den ich nicht kenne, hat die Bremse nicht funktioniert und ich bin hinten ins Auto reingefahren und mit dem Roller umgefallen. Als ich dann da so lag, versuchte ich den Roller zu bremsen, denn er beschleunigte noch immer. Hat leider nicht funktioniert! Also unter Schock und total ängstlich, bin ich unterm Roller raus nach hinten gekrabbelt und dann kam mir auch schon ein anderer Tourist zur Hilfe. Er stoppte den Roller, stellte ihn wieder auf und half mir sofort!

Der relativ junge Fahrer des Wagens war gerade im Supermarkt und kam direkt raus.

Folgendes finde ich immer unsozialer, je länger ich drüber nachdenke. Anstatt auch nur eine Sekunde nach mir zu gucken, rief er sofort die Polizei und seinen Chef an. Er hat mich keines Blickes gewürdigt, klar auch er hatte Angst um den Wagen (sein Dienstwagen), jedoch sind Menschen meiner Meinung nach wichtiger als ein Auto!

Naja weiter im Text.

Der freundliche Tourist beruhigte mich erstmal und begutachtete, ob ich irgendwelche schlimmeren Verletzungen hatte, die ich vielleicht aufgrund des Schockes nicht bemerkte. Als er sicher war, dass ich nichts weiter schlimmes hatte, musste er leider weg, denn er hatte keine Zeit. Kein Problem! Ich bin ihm auch jetzt noch sehr dankbar für seine Hilfe!

Da Lukas nicht dabei war, schrieb ich ihm, dass er schnell kommen solle. Leider hat er die Nachrichten erst etwa 10 Minuten später gelesen und kam dann angelaufen!

In der Zwischenzeit hatte ich mich ein kleines Bisschen beruhigt und begutachtete die Schäden am Roller und am Auto. Der Roller sieht leider nicht mehr allzu schön aus, aufgrund von Kratzern und einer kaputten Scheibe des Scheinwerfers, jedoch ist nichts weltbewegendes daran kaputt. In diesem Moment schätzte ich natürlich die Schäden am Roller um einiges schlimmer ein. Am Pickup war eine kleine bis mittelgroße Dellen im Kennzeichenbereich, also auch nichts weltbewegendes.

In der weiteren Zeit hatte sich der Fahrer immer noch keine einzige Sekunde mit mir beschäftigt.

Ich wartete auf Lukas bzw. erst einmal auf das Lesen der Nachrichten. Etwa 10 Sekunden bevor er die Nachrichten dann las, war ich so verzweifelt, dass ich sogar ein fremdes Pärchen fragte, das selber grade mit dem Einkauf fertig war. Ich fragte, ob sie in die Richtung des Hostels fahren würden und wenn ja, bitte schnell anhalten und Lukas zu mir schicken. Zum Glück sah ich dann, dass Lukas die Nachrichten grade las und ich konnte die beiden „entlassen“. Lukas war dann innerhalb weniger Minuten da und sah sich erst mich genauer an und dann die Schäden an Roller und Auto.

Er dokumentierte alles fotografisch mit dem Handy und fragte dann den Fahrer, was nun passieren würde. Er meinte, dass die Polizei gleich kommen würde.

Ab diesem Moment wurde alles skurril!

Wir warteten also. Die Minuten vergingen und niemand kam. Lukas fragte erneut und der Fahrer meinte nur, dass es noch 10 Minuten seien. Erst jetzt, nach etwa einer Stunde hin und her, erkundigte er sich bei Lukas knapp, ob ich in Ordnung sei. ERST JETZT!

Mit am „besten“ fand ich tatsächlich eine Angestellte des Supermarktes, welche mich fragte, ob ich in Ordnung seie und als ich weinend verneinte, drehte sie sich um und ging weg. Respekt dafür! (Achtung: Ironie)

Weiter im Text:

Irgendwann hielt auf der anderen Straßenseite ein Minivan-Bus. Eine Dame und zwei Männer stiegen aus. Diese schienen zu dem Resort des Fahrers zu gehören. Die Dame fragte mich, was passiert sei, ich erklärte alles und dann telefonierte sie erstmal. Einer der anderen Männer kümmerte sich sofort um meine Wunden. Er schickte den Fahrer in den Supermarkt, um Verbandsmaterial zu kaufen. Als der Fahrer dann das Material brachte, cremte und massierte der Mann meinen Knöchel großzügig mit einer Pferdesalbe ein und verband den Fuß. Auf Nachfrage der Kosten wollte er nichts dafür haben. Ich bin auch nach allem, was dann folgte noch dankbar für die Versorgung meines Knöchels!

Jetzt also, was dann folgte. Uns wurde gesagt, dass sie uns zum Polizeipräsidium fahren und dann dort alles geklärt wird.

Irgendwann kam Lukas und mir die Fahrt komisch vor. Wir fuhren immer weiter ins Nichts und die Straßen waren sogar so schlecht, dass sie teilweise extrem verdreckt, verschlammt, uneben und teilweise durch den Regen geflutet waren. Mitten im Nichts bogen wir dann in ein noch größer scheinendes Nichts ein, wo wir dann an eine Werkstatt kamen. Mittlerweile war es schon fast Mitternacht. Der Werkstatt-Besitzer schaute sich den Schaden an und schrieb einen Preis von 15.000Bath auf. Umgerechnet sind das etwa 363€. Ja, richtig gelesen. 363€ für folgende Schäden:

Also der Schaden am Auto belief sich auf diese Delle rechts neben dem Kennzeichen.

Die Dame kam dann auch uns zu und meinte, dass wir sofort 1.500Bath anzahlen müssen und da mir das Ganze aber sehr unsicher vorkam, machte ich ihr höflich klar, dass ich keinen Cent bezahlen würde, bevor wir nicht bei der Polizei waren. Sie sah nicht sehr begeistert aus, jedoch lies ich mich nicht umstimmen.

Es ging also weiter.

Endlich an der Polizeistation angekommen wurde dann der Chef des Präsidiums gerufen. Als dieser eintraf kam das nächste sehr große Problem- er konnte kein Englisch! Ich fragte also die Dame, was sie ihm über den Unfall gesagt habe. Ihre Antwort störte mich gewaltig, da die Hälfte der Informationen fehlte. Ich bat sie also darum ihm ganz genau zu berichten, was passiert sei und dann hättest Du ihr Gesicht sehen sollen. Sie ist innerhalb von einer Sekunde von freundlich auf total angepisst umgeswitcht und meckerte mich an, dass sie keine Lust auf Stress habe und alles nur so schnell wie möglich klären wolle.

Ich muss sagen, in diesem Moment ist mir fast mein Geduldsfaden gerissen. Ich wollte in diesem Moment nur, dass alles ganz genau geklärt wird, keine Missverständnisse entstehen und ich auch so schnell wie möglich da weg komme. Inzwischen traf ein Polizist ein, der dann als Dolmetscher fungieren sollte. Er stellte sich freundlich vor und versicherte uns, dass er unvoreingenommen unsere Version hören und danach alles klären wolle.

Ich verspürte Erleichterung und erklärte ihm was passiert war. Ganz schnell verstanden Lukas und ich aber, dass wir hier keine Chancen auf irgendwas hatten. Der Polizist stellte mir dann Fragen wie die folgenden:

Wer hat richtig gelegen und wer falsch? Das Auto parkt und du fährst ihm hinten rein.

– erstmal habe ich nicht verstanden, was genau er von mir wollte. Richtig und Falsch?! Diese Angelegenheit war doch keine Frage danach, wer falsch liegt und wer nicht… aber trotzdem musste ich dann zustimmen, dass ich falsch war.

Musst du dich hier an die Straßenverkehrsordnung halten, die in jedem Land gleich ist?

– Was eine manipulative Frage! Ganz ehrlich. Was soll man denn da bitte anderes antworten als „Ja“ ? Und was denkt er, was ich da gemacht habe? Glaubt er, dass ich mir so gedacht habe „Hey, ich habe Langeweile, also fahre ich jetzt mal mit dem Roller in ein Auto rein. Habe ja Geld genug und Zeit satt“.(Achtung: Ironie)

So ging es ein Weilchen also immer weiter. Irgendwann kamen wir dann an einem Punkt an, wo er uns sagte, dass wir jetzt bitte das Geld bezahlen sollen und dann wäre die Sache gegessen. Lukas und ich wollten uns aber erst einmal schlau machen, ob unsere Versicherungen etwas von dem Schaden übernehmen würden, oder nicht und es dann einen Tag später bezahlen.

Diese Antwort zog eine Situation nach sich, die ich niemals in meinem Leben vergessen werde! Man hat ja schon öfter davon gehört, dass es korrupte Polizisten gibt, jedoch glaubt man es erst, wenn man eine Begegnung mit ihm hat.

Folgendes wurde uns dann ganz unmissverständlich und mit „minimalem Nachdruck“ (Achtung: Ironie) zu verstehen gegeben.

Wir hatten 2 Optionen – genau diesen Wortlaut benutzte der Polizist!

1. Option: Wir bezahlen die 15000 Bath sofort und wir kommen da direkt wieder weg.

2. Option: Wir klären alles mit der Versicherung ab und bezahlen später.

Option 2 hörte sich aber nur solange gut an, bis er klar machte, dass wir dann ganz schöne Probleme bekommen würden!

Kurze Frage an Dich: Glaubst Du ich hatte eine Wahl? Nein? Ich auch nicht!

Also ganz „freiwillig“ (Achtung: Ironie) haben wir uns für Option 1 entschieden.

Problem: Wer bitte hat 15.000 Bath bar? Wir auch nicht! Also ist Lukas zum nächstgelegenen ATM.

2. Problem: Lukas hatte „nur noch“ 14.000 Bath, die er abheben konnte. Also kam er damit zurück. Der Polizist war auch darüber eher weniger erfreut, aber was sollte er machen. Also rief die Dame ihren Chef an, welcher uns „gütig wie er doch ist“ (Achtung:Ironie) die 1.000Bath erließ.

Tja, somit wurden wir entlassen, wieder beim Roller abgesetzt und ich war nervlich total am Ende!

Am nächsten Tag standen aber noch die Schäden am Roller an. Ich bin also zur Rezeption unseres Hostels, wo wir den Roller geliehen hatten und erklärte, dass ich einen Unfall hatte und ich die Schäden bezahlen wolle.

Die Dame an der Rezeption schaute sich den Schaden an, notierte sich alles und ging mit mir zurück ins Büro.

Ich hatte schon ein wenig Bammel, dass es ähnlich wie bei der Polizei laufen würde, ich wurde jedoch positiv überrascht!

Im Büro erklärte sie mir, dass ich theoretisch 3.500Bath für das kaputte Scheinwerferglas und 2.500Bath für die Kratzer an der Front zahlen müsse. Es waren ja aber noch Kratzspuren an der Bremse, am Spiegel und sehr kleine an der Seite des Rollers. Also dachte ich mir schon, dass es jetzt nochmal unglaublich teuer werden würde. Jedoch sagte sie, dass sie nur die Schäden an der Front und am Glas berechnen würde und bei den 6.000Bath ging sie sogar noch 1.000Bath mit dem Preis runter. Sie begründete es mit der Aussage, dass sie es nicht gut findet, wenn Leute viel zu überteuerte Preise für solche Unfälle bezahlen müssen.

Diese Dame war also ein kleiner Stern am Himmel!

Summa summarum bin ich jetzt also knapp 500€ ärmer!

Kleiner Tipp also am Rande:
Habe immer eine gute Versicherung bzw. Stelle sicher, dass der Verleih eine Versicherung für so etwas hat, sonst wird es sehr schnell sehr teuer. Und verlasse Dich nicht auf die Polizei. Diese Erfahrung zeigt, dass Unternehmen und Polizisten gerne zusammenarbeiten, vor Allem, wenn es um Touristen geht!

In diesem Sinne: Pass auf Dich auf und leg Dich nicht mit der Polizei an!

PS: Diese zwei Tage wurden noch „besser“(Achtung: Ironie)! Das Schicksal zeigte uns letztendlich nochmal den Mittelfinger, als Lukas am Tag der Rollerschäden-Begleichung morgens mit verdorbenem Magen aufwachte und den ganzen Tag nichts bei sich behalten konnte🧐

Hier also alles zu unserer doch recht kurzen aber schönen Zeit in Singapur! Ich hoffe es hat Dir gefallen. Mittlerweile sind wir schon in Thailand auf Koh Phangan angekommen. Wir freuen uns weiter viel schönes und lehrreiches zu erleben! Es ist uns ein Anliegen Dich immer auf dem Laufenden zu halten. Wenn es Dir auch ein Anliegen ist immer auf dem Laufenden zu sein, dann trage Dich in unseren Newsletter ein und erfahre per E-Mail mit als erster, wenn’s was Neues gibt. Viel Spaß noch beim Lesen!

Larissa

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Larissa
Larissa
Seit Oktober 2017 reise ich mit jeder Menge Enthusiasmus und nur kleinem 35-Liter-Handgepäck um die Welt. Auf diesem Reiseblog entführen wir Euch zu den fettesten Hotspots der ‚Global Citizens‘: Tollste Städte, Strände und Events. Natürlich werden hier auch die Reise- und Packtipps für Euch nicht zu kurz kommen! Denn wir l(i)eben doch alle Freiheit!

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