Reisetagebuch 📔

Katastrophe in Dubai

Auto

Ich möchte dieser Stadt gerechte werden. Es war nicht alles katastrophal, die Architektur wirkt teilweise wie aus einer anderen Welt. Es gibt viele sehr schöne Attraktionen & Parks, ob kostenlos oder kostenpflichtig betretbar. In diesem Blog geht es aber erstmal hauptsächlich um die Verkehrsmittel. Die Flüge an sich waren angenehm und Metro fahren war auch problemlos. Das Problem ist einfach, dass der Rest der Öffis nicht allzu berauschend bis ziemlich mies war.

Fangen wir am Anfang an:

Taxi

Es begann eigentlich mit der Fahrt vom Flughafen zu unserer Unterkunft. In Dubai ist Uber erlaubt, aber laut unserem Airbnb-Host darf man nur Uberfahrer sein, wenn man einen Lexus hat, der ab 2014 Baujahr ist- schon komisch! Das treibt die Preise natürlich in die Höhe. Dubai ist so ziemlich das einzige Land, in dem meines Wissens nach Uber teurer ist als Taxi fahren.

Nun ja, weiter im Text. Da der DWC ziemlich weit außerhalb liegt und es recht spät war, kam Uber für uns nicht in Frage. Also Taxi. Am Taxistand angekommen haben wir dann gefragt, ob die Leute wissen wo wir hin wollen, doch die erste Reaktion waren nur große Fragezeichen über allen Köpfen. Umringt von etwa 7 Taxifahrern, die Lukas’ Handy mit Adresse und Karte mehrmals im Kreis herum gaben, stieg unsere Unsicherheit. Nach etwa 15 Minuten meinte dann einer der Fahrer, dass er wüsste wo unser Ziel liegt. Gemischte Gefühle machten sich breit -Erleichterung bald anzukommen, Verunsicherung gegenüber seiner Zusage. Im Taxi stellten wir dann schnell fest, dass man nur bar bezahlen kann.(In manchen Taxis kann man auch mit Karte bezahlen, aber leider nicht in diesem) Wir hatten aber zu diesem Zeitpunkt noch kein Bargeld!

Tja, dumm gelaufen.

Ein Bankautomat musste her, nur ein kleiner aber möglich zu verhindernder Weg! Nachdem wir Bargeld hatten ging es dann weiter und Lukas verfolgte die ganze Fahrt über Google-Maps. Er stellte dann irgendwann fest, dass wir immer weiter weg von unserem Ziel fuhren. Als er den Fahrer darauf hinwies wollt er es erst nicht glauben, hat irgendwann doch nachgegeben. Dann hieß es unseren Host anrufen, weil keiner im Taxi eine Ahnung hatte! In keinem Land habe ich je so eine Ahnungslosigkeit von Taxifahrern festgestellt. Er hatte nicht einmal ein Navi, um sich anderweitig orientieren zu können! Also da immer schön aufpassen!!!

Noch ein paar kleine Infos zum Fahrer: Handy ständig in der Hand. Augen hauptsächlich auf dem Handy. Immer mal wieder auf andere Spuren abdriften, weil die Augen ja nicht auf der Straße waren. An einer Stelle war es tatsächlich sehr knapp. Das Auto, dessen Spur wir schnitten, hupte als es schon fast zu spät war! Zum Glück ging alles gut!

Bus

Die zweite Kategorie sind Busse. Am zweiten Abend wollten wir uns dann auf in die Stadt machen, um nicht die ganze Zeit im Zimmer zu sitzen. Wir haben uns natürlich im Voraus gründlich informiert, wann die Busse fahren und wie viel das Ganze etwa kostet. Was aber nirgends stand war, dass man eine spezielle Karte benötigt, um Zug/Bus/Metro fahren zu können. Wir stehen also an der Bushaltestelle und der Bus hat erstmal 10 Minuten Verspätung. Im Bus wurde uns dann gesagt, dass man weder mit der Kreditkarte noch mit Bargeld bezahlen kann.

Folgende Informationen wurden uns noch vorenthalten, die wir selber teilweise halb-legal am eigenen Leib erfahren durften:

  • Man benötigt eine spezielle Karte, um mit den meisten Öffis fahren zu können
  • Man muss sich im Bus ausloggen, damit der korrekte Preis abgebucht wird. (Irgendwo logisch, aber ohne es zu wissen, haben wir es bei der ersten Fahrt vergessen und mehr als nötig bezahlt.)
  • Der maximale Preis liegt bei 7,5 Dirham und genau diesen Betrag muss man mindestens auf seiner Karte haben, um legal fahren zu dürfen. (Wir haben unsere Fahrten genau so geplant, dass wir am Ende auf Null rauskommen. Da unsere Fahrt aber 5 Dirham kostet, waren es also 2,5 zu wenig, was uns dann das Gerät im Bus mitteilte. Unser Problem lag aber da, dass es in dieser Gegend keine Möglichkeit gab die Karte aufzuladen. Dies war uns bekannt. Also hieß es auf gut Glück fahren und hoffen, dass kein Kontrolleur an irgendeiner Haltestelle einsteigt und wir umgerechnet etwa 50€ pro Person Strafe bezahlen müssen. Das Glück war auf unserer Seite und wir kamen an unserem Ziel an ohne Strafe!!!
  • In der Metro gibt es einen VIP-Teil, der für verunsicherte Touris nicht allzu herausragend gekennzeichnet war. Rate mal, wo wir uns in einer Fahrt wiedergefunden haben 😉 Auch da kam zum Glück kein Kontrolleur, denn auch das hätte uns um die 50€ pro Person gekostet. Aufgefallen ist es mir durch Zufall beim Aussteigen. Wieder Glück gehabt!

Der Bus „J1“ war der einzige, der uns von unserer Unterkunft irgendwo anders hingebracht hat und wieder zurück. Alle 20 Minuten sollte dieser fahren. Hatte aber entweder immer 10 Minuten Verspätung oder kam immer 10 Minuten zu früh. Wir können es nicht sagen, tippen aber auf die Verspätung- er kam grundsätzlich nie zur angegebenen Zeit 😉

Nach dem Treffen mit Lukas’ Tante, die zufällig gleichzeitig mit uns in Dubai war, standen wir an der Bushaltestelle. 20 Minuten vergingen und kein Bus in Sicht. Weitere 10 Minuten und dann fuhr die besagte „J1“ an uns vorbei und machte nichtmal Anstalten anzuhalten und uns mitzunehmen. Hungrig und bei den herrschenden 32°C, wurden wir immer ungeduldiger und angespannter. Weitere 5 Minuten und wieder fährt eine „J1“ an uns vorbei, gibt aber Zeichen, dass sie gleich bei uns halten wird.

Gesagt, getan.

Problem war nur, dass dann auf einmal statt „Jumeira Village“ auf dem Schild „Break Time“ erschien. Dann ist mir ehrlich der Kragen geplatzt. Ziemlich genervt bin ich also zum nächsten Häuschen gegangen, um mich zu erkundigen. In diesem war nur ein Security, der mich total verunsichert und perplex anschaute und zum Info-Häuschen weiter schickte. Der Mann dort schaute nur auf seinen nicht aktuellen Plan und versicherte mir, dass der nächste in 15 Minuten kommen würde. Es interessierte ihn nicht mal im Ansatz, dass wir schon extrem lange dort standen und auf den Bus warteten. Immer noch ziemlich genervt machte ich mich also langsam auf den Weg zur Haltestelle. Auf dem ersten Drittel der Strecke sah ich dann einen Lukas, der total hilflos nach mir schaute, weil innerhalb dieser paar Minuten der lang ersehnte Bus kam und ich ihn zu verpassen schien, also hieß es laufen.

Hier hat uns das Schicksal eigentlich schon ziemlich deutlich versucht klar zu machen, dass wir diesen besser nicht genommen hätten. Im Bus angekommen dachten wir uns dann „30 Minuten noch und dann gibt es endlich Essen und Ruhe“

– KOMPLETT FALSCH GEDACHT!!!-

90 Minuten waren wir mit diesem verdammten Bus unterwegs! Wir fuhren und fuhren und irgendwann machte sich allgemeines Stutzen breit, da wir in einer Ecke waren, die wir normalerweise relativ weiträumig umfahren. Wir hielten und standen vor dem Gefängnis. Blicke gingen nach hinten in den Bus, als würden alle darauf warten, dass nun jemand mit Handschellen den Bus verlässt, aber es stand keiner auf. Der Busfahrer hatte sich verfahren!

Ein zweiter, genauso unwissender Angestellter ging nach hinten, um sicher zu gehen, dass der Fahrer beim Zurücksetzten nichts übersieht. Nach dem Drehen ging es dann wieder zurück auf den Weg. Schon an der übernächsten Kreuzung wusste wieder keiner der beiden wo es lang geht, bis einer der Fahrgäste aufstand, nach vorne ging und ihm kurz den Weg erklärte. Weiter ging’s also. Alle wieder entspannt. Richtige Richtung, richtige Ausfahrt, die er ansteuert. Maximal 10 Sekunden vor der richtigen Abfahrt entschied sich der Busfahrer, die Abfahrt nicht zu nehmen. Als die einheimischen Passagiere das bemerkten kam ein allgemeines, sehr lautes Stöhnen, bis teilweise Schreien auf, da alle nur noch genervt waren und ankommen wollten.

Der vorhin schon hilfreiche Passagier stand erneut auf und erklärte erneut den Weg. Dieses Mal blieb er aber vorne stehen, bis der Busfahrer sich wieder auskannte. Lukas und ich können aus eigener Erfahrung bezeugen, dass die Straßen und der Verkehr in Dubai die Hölle sind, jedoch sollte man davon ausgehen können, dass Busfahrer wenigstens etwas Ahnung haben. Noch zwei kleinere Zwischenfälle in dieser Fahrt gab es bei den doch ziemlich großen Hubbeln, bei denen der Busfahrer zwei Mal mit dem Heck des Busses ziemlich unsanft aufgeschlagen ist, da er zu schnell drüber gefahren ist. Zur Verteidigung der Busfahrer: Alle anderen sind ohne Zwischenfälle gefahren, aber es gibt halt immer Ausnahmen und man kann nur hoffen nicht auf eine solche zu stoßen!

Hier waren unsere Erfahrungen sehr gemischt behaftet.

Auto

Ein Auto zu leihen ist auch in Dubai kein Hexenwerk. Wir kamen nach einer unerwarteten 20 minütigen Wanderung an der Sixt-Station an. Wir mussten diese Wanderung machen, da vorher die Busfahrt war, in der wir je 2,5 Dirham zu wenig hatten, danach wollten wir dann schnell mit dem Taxi weiter. Da wir, Google-Maps und der Taxifahrer keine Ahnung hatten wo die Sixt-Station genau war ,wurden wir dann so ziemlich auf der Mitte des Weges rausgelassen in dem Glauben, dass wir richtig sind. Wieder Pech gehabt.

Naja, dann an der Sixt-Station angekommen, ging alles ziemlich schnell. Lukas musste ein paar Unterlagen unterschreiben, das Auto wurde mit uns zusammen begutachtet und los ging es.

Schon mal im Voraus: Google-Maps hat oft keine Ahnung! In Dubai auch nicht ganz verwunderlich, da sich dort gefühlt jeden Tag irgendeine Straße ändert- da kann niemand den Überblick behalten!

Wir hatten am Abend vorher eine Route geplant, um die laut TripAdvisor beliebtesten Gebäude, Orte & Attraktionen zu sehen.

Der Verkehr und die Straßen in Dubai sind unglaublich verwirrend. Dort ist es ganz anders als in Deutschland. Recht und links wird überholt, keiner gibt auf den anderen Acht bzw lässt mal eine Lücke, damit ein anderer problemlos die Spur wechseln kann. Ganz im Gegenteil eigentlich! Alle Lücken werden so schnell wie möglich geschlossen, damit bloß keiner vor einem reinziehen kann. Und genau so rücksichtslos wie diese Angewohnheit der Fahrer ist, ist auch die Angewohnheit des rücksichtslosen Spurwechsels. Man wird gezwungen zu bremsen. Dass wir keinen einzigen Unfall gesehen haben, war echt ein Wunder!

In der Innenstadt einen Parkplatz zu finden ist ein riesiger Akt! Die meisten Parkhäuser sind privat und die öffentlichen Parkplätze sind meistens direkt wieder belegt, wenn sie grade frei werden. Aus diesem Grund fiel für uns leider auch die Marina flach. Wir sind etwa 3 Mal in einem immer größer werdenden Kreis gefahren und haben letztendlich aufgegeben. Die einzigen Parkhäuser, die wir ohne Probleme und sogar kostenlos anfahren konnten waren die der „Mall of Dubai“ und der „Mall of Emirates“. In der „Mall of Dubai“ war eine Ebene so groß, dass dort 500-600 Autos parken konnten. Das Parkhaus bestand aus 7 Ebenen!! Demnach war der Weg aus dem Parkhaus raus sehr lang und da wir am letzten Abend leider genau zur Rushhour meinten fahren zu müssen brauchten wir etwa 15 Minuten um es zu verlassen.

Die im „Bus“-Abschnitt schon erwähnten Hubbel gibt es auf 95% der Straßen, oft sogar auf Schnellstraßen & an Enden von Autobahnen! Mal kurz nicht aufgepasst und es ist passiert, man fährt mit einem Affenzahn über diese Hubbel und droht das Auto zu zerlegen! Die Hubbel sind im Voraus meist mit Schildern angekündigt, doch immer in unterschiedlichen Entfernungen und direkt daneben als zusätzliche Warnung befinden sich meist keine.

Apropos Schilder: Viele Verkehrsschilder finden sich schön weit vor der Ausfahrt, gut um sich vorzubereiten aber ziemlich doof ist es, dass dann an der Ausfahrt selber meist kein Schild mehr steht und die meisten Ausfahrten haben dann wieder Abzweigungen, die unzureichend beschrieben werden und dann gibt es auch nochmal Abzweigungen der Abzweigungen ;D

Auf dem Weg zum „Miracle Garden“ haben wir uns dann 2 Mal verfahren, da Google-Maps nicht immer so richtig liegt oder erklärt. Es heißt „Rechts abbiegen und dann links halten“ und dann macht man das genau so, jedoch hätte man nicht abbiegen dürfen, sondern nur rechts halten und dann links halten. Es gibt nämlich oft einen Unterschied zwischen „rechts abbiegen“ und „rechts halten“- auch eigentlich total logisch, aber Google-Maps unterschiedet das nicht immer richtig!

Am „Miracle Garden“ angekommen merkten wir dann schnell, dass das Ganze leider kein öffentlicher Garten ist, durch den man ohne weiteres gemütlich schlendern kann. Es ist kostenpflichtige Touri-Attraktion und der Eintritt war es uns dann nicht wert uns Blumen anzuschauen. Also ging es weiter. Nächste Station war das Global Village. Wir fuhren wieder nach Google-Maps ,um wenigstens auf die Autobahn zu finden. Die Ausfahrt, die uns auch nach mehreren Änderungen angezeigt wurde gab es leider nicht mehr. Also tingelten wir relativ lange in dieser Gegend rum und alle Wege schienen entweder zu dieser nicht mehr existenten Ausfahrt oder dem „Miracle Garden“ zu führen. Irgendwann sind wir einfach ohne Plan weiter und haben ein letztes Mal die Route im Navi geändert. Wie durch ein Wunder wurde uns endlich ein Ausweg aus diesem Irrgarten gezeigt.

Ein Ähnliches Erlebnis war die Fahrt zum Flughafen. Wir sind etwa 5 Mal im Kreis gefahren, bis wir völlig verzweifelt an der richtigen Kreuzung angekommen waren und ich einen Security nach dem Weg zum Sixt-Dropoff fragte. Dort angekommen ging wieder alles sehr schnell und unsere Zeit in Dubai hatte ein Ende gefunden!

Um alles noch einmal zusammen zu fassen:

  • Immer mit Navi/Karte Taxi fahren, da so ziemlich alle Taxifahrer keine Ahnung haben
  • Busse kommen meist zu spät
  • Google-Maps ist in Dubai nur bedingt eine Hilfe
  • Sehr große Aufmerksamkeit und schnelle Reaktionen im Straßenverkehr sind gefordert

Ich kann nur hoffen, dass wir genau die seltenen Ausnahmen erwischt haben und Du so etwas nie erleben musst, denn der Verkehr in Dubai ist echt extrem nervenaufreibend!

Es wird auch noch ein Beitrag zu den schönen Seiten Dubais geben, denn der Verkehr war ja nicht alles, was wir erlebt haben, also schau einfach nochmal vorbei & genieße unsere guten Erfahrungen 😉

Hier also all unsere schlechten Erfahrungen aus Dubai! Ich hoffe es hat Dir gefallen. Momentan befinden wir uns in Kuala Lumpur, doch bald geht es weiter nach Penang. Wir freuen uns weiter viel schönes und lehrreiches zu erleben! Es ist uns ein Anliegen Dich immer auf dem Laufenden zu halten. Wenn es Dir auch ein Anliegen ist immer auf dem Laufenden zu sein, dann trage Dich in unseren Newsletter ein und erfahre per E-Mail mit als erster, wenn’s was neues gibt. Viel Spaß noch beim Lesen!

Larissa

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Larissa
Larissa
Seit Oktober 2017 reise ich mit jeder Menge Enthusiasmus und nur kleinem 35-Liter-Handgepäck um die Welt. Auf diesem Reiseblog entführen wir Euch zu den fettesten Hotspots der ‚Global Citizens‘: Tollste Städte, Strände und Events. Natürlich werden hier auch die Reise- und Packtipps für Euch nicht zu kurz kommen! Denn wir l(i)eben doch alle Freiheit!
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